Thema: Myrgath - Weltenhintergrund
Teil 1: Gustave de Valois - Der alte Graf
Vor 60 Jahren herrschte die Familie de Valois in Myrgath. Das letzte Oberhaupt seiner Dynastie war Graf Gustave de Valois. Er ist bis heute bekannt als der Alte Graf, denn er starb im stolzen Alter von 96 Jahren. In seinen frühen Herrschaftsjahren war er als ein Mann bekannt, der das Volk hörte, der seine Sorgen kannte, der vom Volk geliebt wurde und mit dem man gelegentlich sogar in der Taverne anstoßen konnte. Er galt als guter Vater und liebevoller Ehemann. Gustaves Frau starb bei der Geburt ihres letzten Kindes und das Volk konnte sehen, wie sehr die Trauer ihn zerriss. Dennoch war er immer stark für sein Volk, kämpfte sich zurück ins Leben und nahm seine Ämter gewissenhaft wieder auf.
Doch mit dem Alter schwand diese Kraft mehr und mehr. Nicht nur das, er wurde krank, jähzornig und ungeduldig. Die schwindende Jugend machte ihn bitter, die schwindende Gesundheit unberechenbar.
Er zog sich in seine Kammer zurück, dann in sein Bett - schließlich wurden die Audienzen abgesagt. Die Welt draußen wurde zu einer Geschichte, von der ihm nur noch die Familie oder seine Berater berichteten.
Diese treuen Berater, einst seine Stütze, beschönigten die Probleme des Volkes aus Angst vor Strafen. Denn wenn die Berichte nicht zur Zufriedenheit des Alten Grafen waren, schalt er sie. Wenn sie von Unruhe in den Dörfern berichteten, nannte er sie Lügner. Doch die Unruhe war real.
Seine Kinder flehten ihren Vater an, das Szepter der Herrschaft weiterzureichen, doch auch sie jagte der Alte Graf davon.
Dann folgte ein Sommer ohne Regen und der Ertrag der Felder blieb aus. Ihm folgte unweigerlich ein Winter ohne Nahrung und Hunger machte sich im Land breit.
Die Kornkammern waren lange Zeit voll gewesen, doch mit dem wachsenden Wohlstand, dem Bedarf nach Handwerkern und dem prosperierenden Handel wuchs auch die Bevölkerung, und die Vorräte reichten nicht mehr in Zeiten der Not. Ein wacher Herrscher hätte reagiert, investiert und die Versorgung ausgebaut, doch Gustave sah es nicht. Er lag im Bett, umgeben von Schatten, und glaubte, das Reich sei noch immer in voller Blüte. Jeder, der ihm das Gegenteil berichtete, wurde davongejagt.
Dann kam der Tag, an dem die Wahrheit nicht mehr zu leugnen war.
Die Familie de Lioncourt, die Astralen vom Löwenhof, rief zum Aufstand.
Sie versprachen dem Volk: „Ein neuer Anfang. Ein Ende der Tyrannis.“
Bauern, Handwerker, Scholaren der Akademie, niederer Adel, der Pöbel, sogar die Stadtwache – sie stürmten am Morgen Seite an Seite das Anwesen der de Valois‘.
Am selben Abend noch hingen die Leichen der Verwandten des Alten Grafen an den Galgen auf dem Marktplatz: seine vier noch lebenden Kinder, ihre Enkel, Urenkel, Onkel, Tanten – alle, die noch blieben.
Es war ein Blutbad für die Familie de Valois aber ein Befreiungsschlag für das Volk.
Der Alte Graf jedoch war bereits am Morgen der Revolution mit den ersten Strahlen der Sonne verstorben.
Er atmete ein letztes Mal friedlich aus, ohne zu wissen, dass sein Reich bereits tot war. Er lernte nie, dass Macht nicht unbedingt in der Länge des Lebens, sondern in der Weisheit des Loslassens liegt.
Vor 60 Jahren herrschte die Familie de Valois in Myrgath. Das letzte Oberhaupt seiner Dynastie war Graf Gustave de Valois. Er ist bis heute bekannt als der Alte Graf, denn er starb im stolzen Alter von 96 Jahren. In seinen frühen Herrschaftsjahren war er als ein Mann bekannt, der das Volk hörte, der seine Sorgen kannte, der vom Volk geliebt wurde und mit dem man gelegentlich sogar in der Taverne anstoßen konnte. Er galt als guter Vater und liebevoller Ehemann. Gustaves Frau starb bei der Geburt ihres letzten Kindes und das Volk konnte sehen, wie sehr die Trauer ihn zerriss. Dennoch war er immer stark für sein Volk, kämpfte sich zurück ins Leben und nahm seine Ämter gewissenhaft wieder auf.
Doch mit dem Alter schwand diese Kraft mehr und mehr. Nicht nur das, er wurde krank, jähzornig und ungeduldig. Die schwindende Jugend machte ihn bitter, die schwindende Gesundheit unberechenbar.
Er zog sich in seine Kammer zurück, dann in sein Bett - schließlich wurden die Audienzen abgesagt. Die Welt draußen wurde zu einer Geschichte, von der ihm nur noch die Familie oder seine Berater berichteten.
Diese treuen Berater, einst seine Stütze, beschönigten die Probleme des Volkes aus Angst vor Strafen. Denn wenn die Berichte nicht zur Zufriedenheit des Alten Grafen waren, schalt er sie. Wenn sie von Unruhe in den Dörfern berichteten, nannte er sie Lügner. Doch die Unruhe war real.
Seine Kinder flehten ihren Vater an, das Szepter der Herrschaft weiterzureichen, doch auch sie jagte der Alte Graf davon.
Dann folgte ein Sommer ohne Regen und der Ertrag der Felder blieb aus. Ihm folgte unweigerlich ein Winter ohne Nahrung und Hunger machte sich im Land breit.
Die Kornkammern waren lange Zeit voll gewesen, doch mit dem wachsenden Wohlstand, dem Bedarf nach Handwerkern und dem prosperierenden Handel wuchs auch die Bevölkerung, und die Vorräte reichten nicht mehr in Zeiten der Not. Ein wacher Herrscher hätte reagiert, investiert und die Versorgung ausgebaut, doch Gustave sah es nicht. Er lag im Bett, umgeben von Schatten, und glaubte, das Reich sei noch immer in voller Blüte. Jeder, der ihm das Gegenteil berichtete, wurde davongejagt.
Dann kam der Tag, an dem die Wahrheit nicht mehr zu leugnen war.
Die Familie de Lioncourt, die Astralen vom Löwenhof, rief zum Aufstand.
Sie versprachen dem Volk: „Ein neuer Anfang. Ein Ende der Tyrannis.“
Bauern, Handwerker, Scholaren der Akademie, niederer Adel, der Pöbel, sogar die Stadtwache – sie stürmten am Morgen Seite an Seite das Anwesen der de Valois‘.
Am selben Abend noch hingen die Leichen der Verwandten des Alten Grafen an den Galgen auf dem Marktplatz: seine vier noch lebenden Kinder, ihre Enkel, Urenkel, Onkel, Tanten – alle, die noch blieben.
Es war ein Blutbad für die Familie de Valois aber ein Befreiungsschlag für das Volk.
Der Alte Graf jedoch war bereits am Morgen der Revolution mit den ersten Strahlen der Sonne verstorben.
Er atmete ein letztes Mal friedlich aus, ohne zu wissen, dass sein Reich bereits tot war. Er lernte nie, dass Macht nicht unbedingt in der Länge des Lebens, sondern in der Weisheit des Loslassens liegt.
Teil 2: Der Hohe Rat
Nur wenige Monate nach der blutigen Auslöschung der Familie de Valois wurde der Hohe Rat auf Initiative der Familie de Lioncourt einberufen.
Das Versprechen an das Volk lautete: Ein neues Zeitalter, frei von einem einzigen Herrscher.
Die de Lioncourts stellten ihre Leibwache frei, die von nun an als Garde der Ordnung der Bevölkerung dienen sollte. Sie übernahmen die Befehlsgewalt über die Stadtwache und die verbliebenen Soldaten, um das Land von dem Chaos zu befreien.
Doch die Macht wurde nicht mehr an eine Familie gebunden. Aus allen Schichten des Landes wurden Vertreter berufen: Für Handwerk, Handel, Finanzen, Bauvorhaben, Gesundheit, Magie, Seelenkunde, Ernährung, Bildung, Wissenschaft und Kunst. Jedes Volk hatte einen Sprecher im Rat. Alle Ratsmitglieder hatten das Recht, gehört zu werden. Und alle hatten die Pflicht, das Wohl des Volkes an die erste Stelle zu stellen.
Hatte einer dieser Sprecher darin versagt, wenn er Macht missbrauchte, Lügen verbreitete oder das Gemeinwohl vernachlässigte, dann konnte die Mehrheit des Rates ihn abwählen. Kein Mitglied war unantastbar.
So kehrte langsam Ruhe in das Land zurück.
Im Jahr nach dem Tod des Alten Grafen feierte Myrgath die erste gesegnete Ernte seit Jahrzehnten. Die Felder, die man neu erschlossen hatte, trugen Früchte. Die Kornkammern, die man neu errichtete, füllten sich mithilfe der gemeinsamen Anstrengung des Volkes.
Der Hohe Rat wurde zu einem Schwur, dass niemand mehr allein entscheiden durfte und die Macht von nun an in vielen Händen lag.
Nur wenige Monate nach der blutigen Auslöschung der Familie de Valois wurde der Hohe Rat auf Initiative der Familie de Lioncourt einberufen.
Das Versprechen an das Volk lautete: Ein neues Zeitalter, frei von einem einzigen Herrscher.
Die de Lioncourts stellten ihre Leibwache frei, die von nun an als Garde der Ordnung der Bevölkerung dienen sollte. Sie übernahmen die Befehlsgewalt über die Stadtwache und die verbliebenen Soldaten, um das Land von dem Chaos zu befreien.
Doch die Macht wurde nicht mehr an eine Familie gebunden. Aus allen Schichten des Landes wurden Vertreter berufen: Für Handwerk, Handel, Finanzen, Bauvorhaben, Gesundheit, Magie, Seelenkunde, Ernährung, Bildung, Wissenschaft und Kunst. Jedes Volk hatte einen Sprecher im Rat. Alle Ratsmitglieder hatten das Recht, gehört zu werden. Und alle hatten die Pflicht, das Wohl des Volkes an die erste Stelle zu stellen.
Hatte einer dieser Sprecher darin versagt, wenn er Macht missbrauchte, Lügen verbreitete oder das Gemeinwohl vernachlässigte, dann konnte die Mehrheit des Rates ihn abwählen. Kein Mitglied war unantastbar.
So kehrte langsam Ruhe in das Land zurück.
Im Jahr nach dem Tod des Alten Grafen feierte Myrgath die erste gesegnete Ernte seit Jahrzehnten. Die Felder, die man neu erschlossen hatte, trugen Früchte. Die Kornkammern, die man neu errichtete, füllten sich mithilfe der gemeinsamen Anstrengung des Volkes.
Der Hohe Rat wurde zu einem Schwur, dass niemand mehr allein entscheiden durfte und die Macht von nun an in vielen Händen lag.
Teil 3: Die Familie de Lioncourt
Seit langer Zeit versagten die Gesetze Myrgaths den Nachkommen der Herrschenden, die Amtsgeschäfte ihrer Eltern zu übernehmen, solange diese selbst nicht freiwillig abtraten. Die Tradition verlangte, dass ein Oberhaupt erst dann die Macht abgab, wenn es eine geeignete Nachfolge unter seinen Blutsverwandten ausgewählt hatte. Diese Tradition wurde mit der Einführung des Hohen Rates nicht abgeschafft.
Heute ist Catherine de Lioncourt das Oberhaupt ihrer Familie.
Wie ihre Vorfahren hält sie an der Tradition fest: Der Rang wird nicht nach Geburt, sondern nach Reife weitergegeben. Und dies auch nur, wenn sie es für richtig hält. So erhielt sie das Szepter ihres Onkels und so wird sie es mit ihren Kindern halten.
Sie lebt zurückgezogen auf dem Löwenhof, der Burg ihrer Familie nur eine Tagesreise von der Hauptstadt entfernt.
Gelegentlich reist sie für die Sitzungen des Hohen Rates in die Stadt.
Ihr Gang ist stets ruhig, ihr Blick klar. Sie spricht selten, aber wenn sie spricht, wird sie gehört.
Die de Lioncourts befehligen bis heute das Militär. Sie berufen die Kommandanten der Stadtwache und sind diejenigen, die die Ordnung und damit die Sicherheit des Landes wahren.
Sie schmieden Bündnisse mit Vertretern der anderen Völker, mit Wissenschaftlern, Magiern, mit den Scholaren der Akademie.
Manchmal, wenn ein Ratsmitglied zu lange schweigt, zu viel verheimlicht, zu wenig tut, dann erwähnt Catherine es. Nicht laut, nicht öffentlich, aber sie erwähnt es. Und dann, manchmal, tritt derjenige zurück oder wird von den anderen Mitgliedern des Hohen Rates abgewählt. So sichern die de Lioncourts die Ordnung Myrgaths.
Seit langer Zeit versagten die Gesetze Myrgaths den Nachkommen der Herrschenden, die Amtsgeschäfte ihrer Eltern zu übernehmen, solange diese selbst nicht freiwillig abtraten. Die Tradition verlangte, dass ein Oberhaupt erst dann die Macht abgab, wenn es eine geeignete Nachfolge unter seinen Blutsverwandten ausgewählt hatte. Diese Tradition wurde mit der Einführung des Hohen Rates nicht abgeschafft.
Heute ist Catherine de Lioncourt das Oberhaupt ihrer Familie.
Wie ihre Vorfahren hält sie an der Tradition fest: Der Rang wird nicht nach Geburt, sondern nach Reife weitergegeben. Und dies auch nur, wenn sie es für richtig hält. So erhielt sie das Szepter ihres Onkels und so wird sie es mit ihren Kindern halten.
Sie lebt zurückgezogen auf dem Löwenhof, der Burg ihrer Familie nur eine Tagesreise von der Hauptstadt entfernt.
Gelegentlich reist sie für die Sitzungen des Hohen Rates in die Stadt.
Ihr Gang ist stets ruhig, ihr Blick klar. Sie spricht selten, aber wenn sie spricht, wird sie gehört.
Die de Lioncourts befehligen bis heute das Militär. Sie berufen die Kommandanten der Stadtwache und sind diejenigen, die die Ordnung und damit die Sicherheit des Landes wahren.
Sie schmieden Bündnisse mit Vertretern der anderen Völker, mit Wissenschaftlern, Magiern, mit den Scholaren der Akademie.
Manchmal, wenn ein Ratsmitglied zu lange schweigt, zu viel verheimlicht, zu wenig tut, dann erwähnt Catherine es. Nicht laut, nicht öffentlich, aber sie erwähnt es. Und dann, manchmal, tritt derjenige zurück oder wird von den anderen Mitgliedern des Hohen Rates abgewählt. So sichern die de Lioncourts die Ordnung Myrgaths.
Teil 4: Die Hauptstadt
Tukram ist eine alte Stadt mit einer langen Geschichte. Ihr Zentrum ist ein großes Anwesen, das einst von der Familie de Valois erbaut wurde und heute der Amtssitz des Hohen Rates ist.
Im Osten erhebt sich ein prächtiger Tempel. Hier werden die Lichten und Dunklen Fünf verehrt, aber auch die Freien Geister.
Im Westen thront die Bibliothek, einem Turm aus Wissen gleich. Bücher stapeln sich bis unter die hohen Decken. Schriftrollen, Pergamente, Karten, Notizen und alles, was je geschrieben wurde, scheint hier zu ruhen.
Vor weniger als zweihundert Jahren lebten in Tukram vornehmlich Menschen, Elfen, Halbelfen, Gnome, Zwerge und Astrale. Die Stadt war klein und ruhig. Händler kamen, aber selten. Die Straßen waren still und man war sicher.
Dann kam die Blütezeit. Unter der Herrschaft der de Valois wuchs Tukram in Größe und Vielfalt. Der Handel blühte, die Straßen wurden breiter, die Tore öffneten sich. Und mit ihnen kamen die, die man sonst nur aus Legenden kannte: Drakonen, die die Magie des Feuers studierten. Golems, die in der Bibliothek eine Antwort auf ihren Ursprung suchten. Halborks, die sich als Abenteurer verdingten. Fae, die in den Gärten tanzten. Amazonen, die die Wachen trainierten. Grimmkatz, die in den Schatten jagten.
Jede helfende Hand, jede Pfote wurde gebraucht. Die Stadt wuchs um Stein und Leben.
Doch dann weigerte sich der Alte Graf seine Macht loszulassen. Erst als mit seinem Tod der Hohe Rat ins Leben gerufen wurde, erblühte die Stadt zu neuem Leben.
Die Märkte und Tavernen wurden wieder geöffnet. Die Bibliothek wurde erweitert. Der Tempel erhielt neue Kerzen. Die Straßen füllten sich mit neuen Gesichtern, neuen Stimmen, neuen Schatten.
Tukram ist zu neuem Leben erwacht.
Tukram ist eine alte Stadt mit einer langen Geschichte. Ihr Zentrum ist ein großes Anwesen, das einst von der Familie de Valois erbaut wurde und heute der Amtssitz des Hohen Rates ist.
Im Osten erhebt sich ein prächtiger Tempel. Hier werden die Lichten und Dunklen Fünf verehrt, aber auch die Freien Geister.
Im Westen thront die Bibliothek, einem Turm aus Wissen gleich. Bücher stapeln sich bis unter die hohen Decken. Schriftrollen, Pergamente, Karten, Notizen und alles, was je geschrieben wurde, scheint hier zu ruhen.
Vor weniger als zweihundert Jahren lebten in Tukram vornehmlich Menschen, Elfen, Halbelfen, Gnome, Zwerge und Astrale. Die Stadt war klein und ruhig. Händler kamen, aber selten. Die Straßen waren still und man war sicher.
Dann kam die Blütezeit. Unter der Herrschaft der de Valois wuchs Tukram in Größe und Vielfalt. Der Handel blühte, die Straßen wurden breiter, die Tore öffneten sich. Und mit ihnen kamen die, die man sonst nur aus Legenden kannte: Drakonen, die die Magie des Feuers studierten. Golems, die in der Bibliothek eine Antwort auf ihren Ursprung suchten. Halborks, die sich als Abenteurer verdingten. Fae, die in den Gärten tanzten. Amazonen, die die Wachen trainierten. Grimmkatz, die in den Schatten jagten.
Jede helfende Hand, jede Pfote wurde gebraucht. Die Stadt wuchs um Stein und Leben.
Doch dann weigerte sich der Alte Graf seine Macht loszulassen. Erst als mit seinem Tod der Hohe Rat ins Leben gerufen wurde, erblühte die Stadt zu neuem Leben.
Die Märkte und Tavernen wurden wieder geöffnet. Die Bibliothek wurde erweitert. Der Tempel erhielt neue Kerzen. Die Straßen füllten sich mit neuen Gesichtern, neuen Stimmen, neuen Schatten.
Tukram ist zu neuem Leben erwacht.
Teil 5: Das Historische Archiv
Die Geschichte der Schwarzschilds, von den Ogerkriegen und der alten Wacht
Nicht nur die de Valois und die de Lioncourts prägten die Geschichte von Myrgath. Ein anderer Name, fast vergessen, klingt noch in den Tiefen des Schwarzgebirges: Die Schwarzschilds.
Einst ein uralter zwergischer Clan, der in den Felsen des Schwarzgebirges im Westen lebte. Sie waren keine Krieger, sondern als Bergleute bekannt. Sie gruben tief in das Gestein, förderten Eisen und Kohle, bauten Werkstätten und schufen stählerne Werkzeuge, die Jahrhunderte hielten. Ihr Name war damals ein anderer und ist heute vergessen.
Dann kamen die Oger.
Noch vor der Geburt der Eltern Gustave de Valois‘, vor zweihundert Jahren, stürmten Horden aus dem Norden über die westlichen Berge. Sie brachen durch die Tore der alten Minen, zerschlugen die Schächte, verbrannten die Werkstätten.
Die Zwerge griffen zu den Waffen und nannten sich fortan den Clan der Schwarzschilds.
Und mit ihnen: Folnen, der Goldene. Ihr Drache, der aus den Flammen des Berges geboren war.
Zusammen hielten sie die Linie. Sie verteidigten die Täler, die Wege, die Brücken. Sie kämpften nicht um Macht, sondern für das Leben der Völker von Myrgath.
Als Folnen im letzten Kampf auf dem Gipfel des Schwarzgebirges starb, wachten die Schwarzschilds weiter auf dem Turm in den Gipfeln: die Alte Wacht. Sie bauten Feuer, zündeten Signale an, hielten Ausschau nach Rauch, nach Bewegung, nach Schatten, nach Ogern. Jahrzehnte lang.
Doch die Oger kamen nicht mehr. Die Horden verloren sich im Nebel und die Alte Wacht wurde leer.
Heute ist der Turm kaum noch besetzt. Die Türen sind verrostet, die Feuer erloschen und die Wachen fort – verstreut in alle Winde.
Doch die Schwarzschilds leben weiter. Sie arbeiten in den Minen im ganzen Land, in den Tiefen von Scharlach, an den Küsten von Veyra. Sie schmieden, bauen und reisen mit dem Wissen, dass die Gefahr noch irgendwo lauern könnte.
Und wenn heute ein Zwerg aus dem Schwarzgebirge nachts einen Schrei hört, wenn ein Bergmann in der Tiefe ein Geräusch wahrnimmt, das kein Stein macht und wenn ein Feuer in der Alten Wacht plötzlich wieder lodert, dann erinnern sich die Schwarzschilds und sie schauen nach Westen.
Denn das Wappen, das sie mit Stolz tragen, ein goldener Drache auf schwarzem Grund, ist kein Symbol der Vergangenheit, es ist ein Schwur, der niemals vergessen wurde.
Die Geschichte der Schwarzschilds, von den Ogerkriegen und der alten Wacht
Nicht nur die de Valois und die de Lioncourts prägten die Geschichte von Myrgath. Ein anderer Name, fast vergessen, klingt noch in den Tiefen des Schwarzgebirges: Die Schwarzschilds.
Einst ein uralter zwergischer Clan, der in den Felsen des Schwarzgebirges im Westen lebte. Sie waren keine Krieger, sondern als Bergleute bekannt. Sie gruben tief in das Gestein, förderten Eisen und Kohle, bauten Werkstätten und schufen stählerne Werkzeuge, die Jahrhunderte hielten. Ihr Name war damals ein anderer und ist heute vergessen.
Dann kamen die Oger.
Noch vor der Geburt der Eltern Gustave de Valois‘, vor zweihundert Jahren, stürmten Horden aus dem Norden über die westlichen Berge. Sie brachen durch die Tore der alten Minen, zerschlugen die Schächte, verbrannten die Werkstätten.
Die Zwerge griffen zu den Waffen und nannten sich fortan den Clan der Schwarzschilds.
Und mit ihnen: Folnen, der Goldene. Ihr Drache, der aus den Flammen des Berges geboren war.
Zusammen hielten sie die Linie. Sie verteidigten die Täler, die Wege, die Brücken. Sie kämpften nicht um Macht, sondern für das Leben der Völker von Myrgath.
Als Folnen im letzten Kampf auf dem Gipfel des Schwarzgebirges starb, wachten die Schwarzschilds weiter auf dem Turm in den Gipfeln: die Alte Wacht. Sie bauten Feuer, zündeten Signale an, hielten Ausschau nach Rauch, nach Bewegung, nach Schatten, nach Ogern. Jahrzehnte lang.
Doch die Oger kamen nicht mehr. Die Horden verloren sich im Nebel und die Alte Wacht wurde leer.
Heute ist der Turm kaum noch besetzt. Die Türen sind verrostet, die Feuer erloschen und die Wachen fort – verstreut in alle Winde.
Doch die Schwarzschilds leben weiter. Sie arbeiten in den Minen im ganzen Land, in den Tiefen von Scharlach, an den Küsten von Veyra. Sie schmieden, bauen und reisen mit dem Wissen, dass die Gefahr noch irgendwo lauern könnte.
Und wenn heute ein Zwerg aus dem Schwarzgebirge nachts einen Schrei hört, wenn ein Bergmann in der Tiefe ein Geräusch wahrnimmt, das kein Stein macht und wenn ein Feuer in der Alten Wacht plötzlich wieder lodert, dann erinnern sich die Schwarzschilds und sie schauen nach Westen.
Denn das Wappen, das sie mit Stolz tragen, ein goldener Drache auf schwarzem Grund, ist kein Symbol der Vergangenheit, es ist ein Schwur, der niemals vergessen wurde.
Teil 6: Das Historische Archiv
Die Leibwache der Lioncourts oder das Meisterstück der Amazone
Vor über vierhundert Jahren war Marielle de Lioncourt Herrin des Löwenhofes. Sie war eine kluge und diplomatisch erfahrene Frau, aber nicht für den Kampf geboren. Zu dieser Zeit herrschte in Myrgath eine angespannte Lage: Räuberbanden und marodierende Söldner zogen unberechenbar durch das Land, und selbst in der Hauptstadt Tukram war man nicht sicher vor Anschlägen.
Marielle stand unter dem Schutz ihrer Leibwache, bis zu einem tragischen Vorfall, über den sie nur selten sprach. Die Männer, die sie bedingungslos schützen sollten, waren korrupt geworden. An einem Sommerabend hatten sie nicht nur ihre Pflicht vernachlässigt, sie hatten sich gegen sie gewandt. Was genau geschah, ist unter den Bewohnern des Löwenhofs Gegenstand düsterer Gerüchte. Sicher ist nur, dass diese Nacht Marielles Leben und ihr Vertrauen für immer veränderte.
Einige Wochen später ereignete sich auf einer Reise in den Südosten ein weiterer Überfall. Aus dem Nichts stürmten bezahlte Soldaten ihren Wagen, die Klingen schon im Licht der Sonne erhoben. Ihre Begleitung war unzureichend vorbereitet, doch unter den Händlern und Reisenden, die die Karawane begleiteten, befand sich eine einzelne Frau: Helyra von den Glutlanden, eine Amazone.
Mit kühler Präzision und außergewöhnlicher Körperbeherrschung stellte sich Helyra zwischen Marielle und ihre Angreifer. Ihre Bewegungen waren schnell und zielgerichtet: jeder Schlag und jeder Schritt in einem tödlichen Rhythmus. Innerhalb weniger Minuten war der Angriff vereitelt, und Marielle lebte, dank dieser einzelnen Kriegerin, deren Haltung von eiserner Disziplin und unerschütterlichem Mut zeugte.
Noch in jener Nacht sprach Marielle mit Helyra am Lagerfeuer. Sie erfuhr von den Gesetzen und Traditionen der Amazonen, einer Gemeinschaft aus ausschließlich weiblichen Kriegerinnen, die ab Kindesalter im Kampf ausgebildet und zu Mut, Selbstbestimmung und Loyalität erzogen werden. Für Marielle war klar: Diese Disziplin und diese Tugenden waren das, was dem Löwenhof fehlte.
Sie bot Helyra an, mit ihren Schwestern eine dauerhafte Leibgarde für die Familie de Lioncourt zu stellen, mit voller Autonomie über ihre eigenen Reihen und ihre Ausbildung. Helyra nahm an, unter der einen Bedingung, dass die Verbindung auf gegenseitigem Respekt beruhte und niemals gebrochen würde.
Von diesem Tag an schwor Marielle, sich nur noch von Frauen bewachen zu lassen. Die „Löwengarde“ wurde gegründet, eine Elite aus Amazonen, die seither jede Generation der Lioncourts beschützt. Das alte Versprechen bleibt in Kraft: „In ihrem Schatten, an ihrer Seite.“
Die Leibwache der Lioncourts oder das Meisterstück der Amazone
Vor über vierhundert Jahren war Marielle de Lioncourt Herrin des Löwenhofes. Sie war eine kluge und diplomatisch erfahrene Frau, aber nicht für den Kampf geboren. Zu dieser Zeit herrschte in Myrgath eine angespannte Lage: Räuberbanden und marodierende Söldner zogen unberechenbar durch das Land, und selbst in der Hauptstadt Tukram war man nicht sicher vor Anschlägen.
Marielle stand unter dem Schutz ihrer Leibwache, bis zu einem tragischen Vorfall, über den sie nur selten sprach. Die Männer, die sie bedingungslos schützen sollten, waren korrupt geworden. An einem Sommerabend hatten sie nicht nur ihre Pflicht vernachlässigt, sie hatten sich gegen sie gewandt. Was genau geschah, ist unter den Bewohnern des Löwenhofs Gegenstand düsterer Gerüchte. Sicher ist nur, dass diese Nacht Marielles Leben und ihr Vertrauen für immer veränderte.
Einige Wochen später ereignete sich auf einer Reise in den Südosten ein weiterer Überfall. Aus dem Nichts stürmten bezahlte Soldaten ihren Wagen, die Klingen schon im Licht der Sonne erhoben. Ihre Begleitung war unzureichend vorbereitet, doch unter den Händlern und Reisenden, die die Karawane begleiteten, befand sich eine einzelne Frau: Helyra von den Glutlanden, eine Amazone.
Mit kühler Präzision und außergewöhnlicher Körperbeherrschung stellte sich Helyra zwischen Marielle und ihre Angreifer. Ihre Bewegungen waren schnell und zielgerichtet: jeder Schlag und jeder Schritt in einem tödlichen Rhythmus. Innerhalb weniger Minuten war der Angriff vereitelt, und Marielle lebte, dank dieser einzelnen Kriegerin, deren Haltung von eiserner Disziplin und unerschütterlichem Mut zeugte.
Noch in jener Nacht sprach Marielle mit Helyra am Lagerfeuer. Sie erfuhr von den Gesetzen und Traditionen der Amazonen, einer Gemeinschaft aus ausschließlich weiblichen Kriegerinnen, die ab Kindesalter im Kampf ausgebildet und zu Mut, Selbstbestimmung und Loyalität erzogen werden. Für Marielle war klar: Diese Disziplin und diese Tugenden waren das, was dem Löwenhof fehlte.
Sie bot Helyra an, mit ihren Schwestern eine dauerhafte Leibgarde für die Familie de Lioncourt zu stellen, mit voller Autonomie über ihre eigenen Reihen und ihre Ausbildung. Helyra nahm an, unter der einen Bedingung, dass die Verbindung auf gegenseitigem Respekt beruhte und niemals gebrochen würde.
Von diesem Tag an schwor Marielle, sich nur noch von Frauen bewachen zu lassen. Die „Löwengarde“ wurde gegründet, eine Elite aus Amazonen, die seither jede Generation der Lioncourts beschützt. Das alte Versprechen bleibt in Kraft: „In ihrem Schatten, an ihrer Seite.“
(1 Mal geändert, zuletzt von Alloy am 20.06.2026 13:00)